(Autor von Text und Photos: Klaus Lamm, Deutschland)
Die Böhmische Schweiz ist reich an kleinen Denkmälern, die wir rechts und links des Weges betrachten können. Sie sind historisch gewachsener Bestandteil der Landschaft und daher besonders schützens- und erhaltenswert. Daß die Bevölkerung sich damit identifiziert, kann man heute vielerorts beobachten. Von der tiefen Religiosität vergangener Generationen künden in der Dittersbacher Region viele Nischenkapellen und Kruzifixe. Sie sind an Kirchsteigen, alten Handelswegen und in den Ortschaften zu finden. Eine Anzahl Objekte ist renoviert und wird von den Anwohnern gepflegt und mit Blumen geschmückt. Von vielen sind die Namen in Vergessenheit geraten., Inschriften nicht mehr lesbar. Vielleicht kennt sie noch jemand?
Es ist schon viel zu diesem Thema geschrieben worden. An dieser Stelle soll eine größere Anzahl durch Bilder aus der Gegenwart, verbunden mit einigen Anmerkungen, den Interessierten vertraut gemacht werden.
Empfohlen wird zur Orientierung die Karte
Am Kirchsteig von Rennersdorf nach Kreibitz ist dort, wo die Straße den Kreibitzbach erreicht, Weydlichs Kapelle. Sie geht auf Georg Ferdinand Weidlich aus Rennersdorf 1697 zurück. 1995 erhielt sie ein neues Bild, das heute leider wieder verschwunden ist.

An der Straße von Rennersdorf in Richtung Bachhäuser ist diese Kapelle links an der Felswand.

Nischenkapelle bei den Bachhäusern
Bei der Brücke nach Kaltenbach gibt es ein sicher durch den Bau der Straße bedingt, scheinbar eingesunkenes Objekt mit der Jahreszahl 1862.

Kapelle St. Prokop
Rennersdorf hatte drei Kirchsteige, die genutzt wurden in Abhängigkeit davon, in welche Richtung der Ort eingepfarrt war. Ein solcher Steig führte auch nach Dittersbach. Am Weg, hoch über der heutigen Straße, steht etwas abseits die Kapelle des St. Prokop. Das genaue Alter ist nicht bekannt.

Nahe dem ersten Gehöft
bei der Vorderen Folge steht die Kapelle mit der Jahreszahl 1738 im Türstock.
Bauwerke dieser Art, wie auch die Kapelle St. Prokop sind eher selten zu
finden.

Direkt an der Straße von Dittersbach nach
Rennersdorf ist die auf dem Bild noch frisch renovierte Kapelle Ecce Homo zu
finden.

Mitten im Ort, oberhalb vom Sockel des ehemaligen Michelhofes steht das Kreuz. Die Inschrift verrät, das es Franz Michel, Junggesell und Handelsmann aus Dittersbach, 1812 errichten ließ.

Nischenkapelle unter dem Donsberg
Die Kapelle befindet sich an einem
sanduhrförmigen Felsen an der Straße von Dittersbach nach Schemmel

Grieselkreuz
Es steht an der Wegkreuzung bei Dittersbach am höchsten Punkt der Straße nach Windisch-Kamnitz. Der Name rührt von der Familie Griesel aus der Grieselmühle am nahegelegenen Paulinengrund her. Vor einiger Zeit erfolgte eine Erneuerung. Der tiefsinnige Spruch in tschechischer Sprache auf dem Sockel kann auch die heutigen Generationen ansprechen.

Nischenkapelle am Steinweg
Nahe Dittersbach gelegen, mag diese Kapelle der Andacht derjenigen gedient haben, die hier beim Transport ihrer Erzeugnisse von Rennersdorf aus diese seltsam geformte Schlucht passiert haben. Sie trägt die Jahreszahlen 1820 und 1864.

Nischenkapelle am Kammweg
Sie befindet sich am Weg nach Kunnersdorf oberhalb der Grieselmühle

Bauers Kapelle
Sie steht etwas abseits von der Straße
Kaltenbach-Limpach. 1733 errichtet, wurde sie mehrmals erneuert, zuletzt 2002.

Denkmäler zur Schlacht am Kaltenberg
Sie erinnern an die in der Schlacht zwischen Preußen und Österreichern im Siebenjährigen Krieg Juli 1757 hier in der Umgebung gefallenen Soldaten. Das Rechte ist original. Beide wurden nach 1945 so zerstört, daß das Linke nur noch als Kopie erhalten werden konnte. Sie stehen an der Straße Kaltenbach-Limpach.

Relief der Krönung Marias
Es ist an einer Felswand, die sich unterhalb des Friedhofes von Windisch-Kamnitz in einem Grundstück an der Straße befindet, eingemeißelt. Es entstand 1701.

Nischenkapelle bei Jonsbach
Diese sicher einmal prächtige Kapelle ist neben der Straße nach Böhmisch Kamnitz.

Nischenkapelle in Schemmel
Gegenüber dem Eingang in die Schemmeler Felsenkapelle kann man die gepflegte Kapelle betrachten.

Fiedlers Kreuz
Diese Stätte steht für jene, die die Zeit nicht überdauert haben. Mit schönem Ausblick an der Böhmerstraße nach Dittersbach gelegen, lädt sie dennoch zu Rast und Besinnung ein.

Kapelle am Gohlisch
Die Kapelle
liegt versteckt zwischen jungen Fichten am Dittersbacher Zweig der Böhmerstaße
nahe dem Abzweig des Wanderweges zum Kanapee. Zu erkennen sind die
Namensabkürzungen M.A. Kny und J. Kny (in der Vergangenheit ein verhältnismäßig
verbreiteter Name unter den Dittersbacher Familien, auch heute kann man diese
Name in Dittersbach zu finden), sowie die Jahreszahl 1840.

Fürstentafel
Kurz vor dem Eingang zur Engen Stiege ist die Tafel links an der Felswand. Sie erinnert an den Besuch der Fürstin Wilhelmine Kinsky, die ein paar Schritte weiter unter dem Überhang, der "Fürstenruhe", am 10.06.1849 rastete.

Kapelle am Triefbartel
Die Kapelle ist an der Böhmerstraße links vom Abzweig in den Nassen Grund zu finden. Bekannt ist über den Namen und die Geschichte kaum etwas. Zu sehen sind die Kürzel dreier Namen Jos R, St R und Joh R sowie die Jahreszahl 1861. Die Bezeichnung könnte mit den drei Namen in Zusammenhang gebracht werden. Es gibt aber auch andere Deutungen.

Martersäule
Die Säule steht in Kamnitzleiten. Diese Form der Andachtsstätte ist in der Region selten.

Kreuz in Kamnitzleiten
Kamnitzleiten ist reich an solchen Denkmälern. Es steht an der Straße zum hintersten Winkel der Ortschaft.

Kreuz in Stimmersdorf
Das Kreuz steht neben der ehemaligen Schule, eingerahmt von zwei Linden. Die Schrift ist nicht mehr erkennbar.

Das Kreuz steht 300m von
der Kapelle in Richtung Dittersbach entfernt. In seiner Gestalt unterscheidet
es sich weitgehend von anderen Objekten in der Region. Da ist einmal die Form
des Sockels bemerkenswert und der Querbalken am unteren Teil des geschmiedeten
Kreuzes, der an den Enden Halterungen trägt, die der Aufnahme von Lichtern
gedient haben könnten.

Es steht an der Straße
zwischen den beiden Armen des Kreibitzbaches nahe dem Gasthof.

Es steht am westlichen Rand
des Ortes. Die Rosendorfer Kreuze unterscheiden sich von anderen durch das
Medaillion in der Mitte des Schaftes, bekränzt von zwei Palmenzweigen.

Clarskapelle
An der Langen Stiege, die von Stimmersdorf in die Klamm hinabführt, ist diese Kapelle zu finden. Der Weg war Kirchsteig nach Rosendorf. Sie wurde zum Andenken an den Holzhändler Joseph Clar errichtet. Eine zweite von 1856, die heute überbaut ist, war am unteren Ende des Steiges.

Clarykreuz
Verborgen am südlichen Hang des Karlshausmassives steht der Sockel des Gedenkkreuzes für Hieronymus von Clary-Aldringen, der 1941 in der Ukraine gefallen ist. Das Denkmal wurde im Wildgehege der Familie in Hinterdittersbach aufgestellt .Nach dem Ende der Ansiedlung ist es an seinen jetzigen Standort auf verschlungenen Wegen gelangt.

Riedels Kreuz
Das Kreuz wird auch das Säbelkreuz genannt. Es gehört zu den Sühnekreuzen, ist grob behauen mit ungleichen Armen, wie bei diesen Kreuzen üblich. Es steht an der Straße von Rosendorf nach Windisch-Kamnitz. Es trägt die Jahreszahl1792. Der Sage nach haben zwei Krähen den Mord an dem Handelsmann Riedel bezeugt und so seine Ergreifung ermöglicht.

Brückenstatue St. Johannes
Auf dem Bild nicht
erkennbar steht die Statue dicht an der Brücke über die Kammnitz, über
welche man von Jonsbach zum Goldbach gelangt.

Statue St. Nepomuk
Die Statue an der Herrnskretschener Kirche ist von 1756

Dieses Denkmal stammt aus
dem späten Mittelalter und gehört zu den bedeutendsten in der Böhmischen Schweiz.
Es steht im Zeidlerbachtal kurz unterhalb der Ortschaft Hemmehübel. Es erinnert
an das Unglück des Müllers Johannes Zimmer von der früheren Zimmermühle, der
bei der Arbeit im nahegelegenen Steinbruch am 6. Juli 1707 ums Leben kam.
Leider können wir die Statue nur noch als Kopie anschauen. Sie wurde 1989
gestohlen und nach Deutschland mit ungeklärtem Verbleib verkauft. Der
ursprüngliche Standort wurde 1927 durch den Ausbau der Straße verändert.

Wegsäule
Im Gegensatz zur Sächsischen Schweiz gibt es hier in der Region nur zwei steinerne Wegsäulen. Eine davon steht am Wanderweg von Johnsdorf nach Herrnskretschen am Rand über der Elbe. Sie befindet sich in schlechtem Zustand, die Aufschrift ist nur noch schwer lesbar.

Die Säule finden wir am
Anfang des Steiges, dort wo der Fahrweg von Rainwiese zum Zeughaus die Paßhöhe
erreicht. Sie wurde 1993 am Standort des Originals errichtet. Die Form des
Spiegels lehnt sich an Vorbilder an, wie sie im sächsischen Teil des Gebirges
anzutreffen sind. Es ist schön, daß sie wieder steht, wenn auch in anderer
Gestalt als früher. Die zweisprachige Aufschrift kündet von einer neuen Epoche
der Beziehungen zwischen unseren Völkern. Das ursprüngliche Exemplar stammt aus
dem Zeitraum von 1870-1890 und hatte einen dreieckigen Querschnitt. Es wird
vermutet, daß es mit der Umbenennung des Gabrielensteiges im Jahre 1950
umgestürzt wurde. Noch heute kann man die Bruchstücke unterhalb im Schwarzen
Grund finden. Das Kopfteil mit dem Spiegel wurde Jahrzehnte später
sichergestellt.

Forstgrenzstein
Dieser Forstgrenzstein am Karlshaus gehört zu einer Reihe, die sich von dort, wo der Simmersdorfer Weg die Grenze überschreitet, bis zum Soorgrund erstreckt.
Steine dieser Form sind auch an anderen Stellen anzutreffen.

An der Böhmerstraße
befinden sich drei Felsinschriften mit gemeinsamen Merkmalen: Forstgrenzzeichen
als blütenartiges Kreuz mit einer alten zweistelligen Lachternummer (40, 44, 46
). Zwei Standorte weisen noch die Jahreszahlen 1831, einer die 1729 auf. Sie weisen auf Neuvermessungen der Forste in
verschiedenen Perioden hin.
Die erste Inschrift ist
links ein Stück neben der Einmündung des Treppengrundes zu finden.

Das zweite Objekt ist ca.
200m vom Triefbartel entfernt in nördlicher Richtung rechts an der Felswand.
Wenige Meter links davon steht ein Grenzstein mit einem gleichartigen Kreuz.
Die drei Jahreszahlen 1695,1729 und 1831, die nach Schäfers Touristenführer
dazu gehörten, sind verschwunden.

Wo der Dittersbacher
Zweig der Böhmerstraße beginnt, kurz hinter dem Engpaß links am Semmelstein,
ist das dritte Grenzmal angebracht.

Am Weg von Hinterdaubitz
nach Daubitz ist über dem Kirnitzschtal an einem Felsblock die Wolfstafel
angebracht. Sie erinnert daran, daß hier 1640 der Heger Grohmann zwei Wölfe
geschossen hat. 1960
mußte das Denkmal einer Verbreiterung des Weges weichen und wurde 1986 durch eine Kopie ersetzt.

Neben der bekannten Felsinschrift von 1756 im Stürmergrund, einem Seitental des Zeidlerbachtales, gibt es auch eine Inschrift mit der Jahreszahl 1765. Sie ist nahe der Einmündung in das Kirnitzschtal rechts vom Weg zu finden. Der Ursprung ist unbekannt.

Wappen
Das
verwitterte Relief des Wappens
der Familie Clary-Aldringen liegt im Vorhof des Jagdschlosses „Zámeèek“ bei Hohenleipa.
